Mutter-Kind-Kur, geht es euch auch so, ich finde den Begriff irgendwie verstaubt, veraltet, wenn ich es ausspreche, klingt es einfach nicht schön, nicht nach dem was eigentlich dahinter steckt. Wir wagen das Abenteuer Mutter-Kind Kur und sind gespannt wie ein Flitzebogen wie es wird. Drei Wochen ohne Papa, meine Große bekommt jetzt schon Tränen in den Augen, wenn sie daran denkt und ich irgendwie auch. Aber erst mal zurück zum Anfang.

Gründe für eine Kur

Seit der Gesundheitsreform von 2007 haben Eltern Rechtsanspruch auf einen Kuraufenthalt, vorausgesetzt das der behandelnde Arzt eine Notwendigkeit einer solchen Mutter/Vater-Kind-Kur sieht. Und seit 2012 haben stationäre Maßnahmen Vorrang vor ambulanten Hilfsangeboten.

Deswegen werden heutzutage knapp 90% der Kuranträge zur Mutter-Kind-Kur genehmigt und das ist auch gut so. Es gibt sogar eine Studie darüber, dass Eltern nach einem Kuraufenthalt unter weniger Schmerzen und Schlafstörungen leiden und somit auch weniger Medikamente benötigen. Mehr zu der Studie gibt es hier.

Es gibt viele Gründe eine Mutter oder auch Vater-Kind-Kur zu beantragen: Erschöpfung, Schlafmangel, Konzentrationsprobleme, Rückenbeschwerden, Allergien, Hautprobleme, Depressionen, Gewichtsprobleme, etc. Die Liste könnte ich ewig weiterführen. Auch wenn eure Kinder Hautprobleme, Allergien oder eine andere Erkrankung haben, kann es hilfreich sein zur Kur zu fahren. Ein Klimawechsel, raus aus dem Alltag, keine Gedanken mehr zur Essensplanung, den Haushalt einfach mal wen anders machen lassen.

Der Antrag zur Kur

Das war ehrlich gesagt viel einfacher, als ich gedacht habe. Falls einige von euch davor zurück schrecken, braucht ihr nicht. Nachdem ihr mit eurem Hausarzt gesprochen habt, ruft ihr am besten persönlich bei eurer Krankenkasse an und bittet um einen Antrag für eine Mutter-Kind-Kur. Dieser wird euch dann per Post zugeschickt. Habt ihr Fragen dazu, ruft ihr wieder bei der Krankenkasse an und fragt nach. Der Antrag selbst besteht aus mehreren Teilen (diese sind von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich).

  • Selbstauskunftsbogen
  • Ärztliches Attest für euch
  • Ärztliches Attest für eure Kinder

Den Selbstauskunftsbogen füllt ihr selber aus. Es kommt sehr gut an, wenn ihr noch ein zusätzliches Schreiben aufsetzt, indem ihr zusammenfasst warum ihr zur Kur möchtet. Es ist viel leichter für den Mitarbeiter, der euren Antrag bearbeitet, einen Eindruck von eurer Situation zu gewinnen, wenn ihr ein wenig aus eurem Alltag berichtet oder von euren Problemen schreibt.

Das ärztliche Attest für euch wird von eurem Hausarzt ausgefüllt. Diesen gebt ihr bei eurem Hausarzt ab, am besten zusammen mit eurem Selbstauskunftsbogen und dem Schreiben, dann kann auch euer Arzt noch einmal darin blättern und euch evtl. Ratschläge geben. Die Atteste für eure Kinder müsst ihr von eurem Kinderarzt ausfüllen lassen. Auch wenn eure Kids nur als Begleitperson mitfahren, benötigt die Krankenkasse und später die Kurklinik gesundheitliche Informationen zu euren Kindern.

Apropos Begleitperson, wenn ihr mit drei Kindern zur Kur fahrt, habt ihr Anspruch auf eine Begleitperson. Der Papa oder die Oma, ganz egal, ihr dürft jemanden mitnehmen, wenn ihr das möchtet und es euch hilft.

Habt ihr alles zusammen, dann sendet ihr die Unterlagen an die Adresse, die euch eure Krankenkasse gegeben hat. Hier auch ein kleiner Tipp von mir. Macht ein kleines Anschreiben fertig, ein paar freundliche Wörter sind nie verkehrt und ihr könnt in eurem Anschreiben, wenn ihr mögt, auch gleich eine Wunschklinik angeben oder zumindest eine Info darüber, wo ihr hin fahren möchtet (Meer oder Berge). Packt noch gleich eine Begründung mit dazu und eure Wünsche werden so gut es geht berücksichtigt.

Eure Wunschklinik

Am 24.Juli 2015 ist das “Gesetz zur Stärkung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenkassen” in Kraft getreten. Krankenkassen sind nun verpflichtet, dass Wunsch- und Wahlrecht bei Mutter-Kind-Kurmaßnahmen zu berücksichtigen. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Meine Krankenkassenberaterin hat mich sogar gebeten, mir im Vorfeld eine oder zwei Wunschkliniken rauszusuchen. Als ich mich im Netz nach passenden Kurkliniken umgesehen habe, wäre ich fast verzweifelt. Es gibt einfach soooo viele Mutter-Kind-Kur Einrichtungen in Deutschland, wie sollte ich mich da nur entscheiden?

Keine Angst, es ist kein Muss seine Wunschklinik anzugeben, ihr könnt euch auch einfach überraschen lassen. Aber die Möglichkeit zu haben, finde ich großartig. Ich habe mich also, nach dem ersten Schock ;-), hingesetzt und erst mal überlegt, wo ich gerne mit meinen Mädels hin fahren möchte. Meer stand fest, aber Ostsee oder Nordsee, autofreie Insel oder doch Festland? Überlegt euch auch, wie lange ihr unterwegs sein möchtet. Anreise mit der Bahn oder dem Auto? Mit zwei Kids werde ich mit dem Auto fahren und so war es mir wichtig, dass unsere Fahrzeit nicht zu lang ist.

Bei der Auswahl der Klinik spielen natürlich auch eure Indikationen eine Rolle. Wenn ihr z.B. unter einer Hautkrankheit leidet, dann sollte die gewünschte Kurklinik auch dafür ausgelegt sein. All diese Informationen findet ihr auf den Internetseiten der Kliniken. Informiert euch, fragt nach. Umso besser die Klinik zu euch passt, umso wohler werdet ihr euch fühlen. Das hoffe ich zumindest ;-). Denn drei Wochen Kur, können lang sein. Für mich war die Schlafsituation auch ein Entscheidungsträger (Stichwort: Familienbett). Die meisten Kliniken haben getrennte Kinderzimmer und diese sind meistens mit Etagenbetten ausgestattet, da musste ich schon etwas suchen, bis ich eine Klinik gefunden habe, die mir den Wunsch nach einem Familienbett erfüllen kann.

Es gibt auch Kliniken, die sehr beliebt und deswegen schon lange im Voraus ausgebucht sind. Habt ihr eine oder zwei Wunschkliniken gefunden, ruft am besten an und fragt nach.

Aber Achtung eure Krankenkasse kann eure Wunschklinik auch ablehnen, z.B. wenn Kliniken zu teuer sind oder ein anderer Grund dagegen spricht. Sollte das der Fall sein, sucht gemeinsam nach einer Lösung. Im persönlichen Gespräch lässt sich vieles klären.

Mutter-Kind-Kur ist kein Urlaub

Ob eine Mutter-/Vater-Kind-Kur für euch hilfreich ist, kann natürlich nur ein Arzt und ihr selber entscheiden. Es ist nicht zu verwechseln mit einem Urlaub. Eure Kinder werden unter der Woche betreut, damit ihr eure Anwendungen, Sportkurse, etc. besuchen könnt. Es kann in Stress ausarten, wenn euer Kind vor der Kur noch nicht fremdbetreut wurde und jeden Tag weint. An den Wochenende seit ihr mehr oder weniger (je nach Freizeitangebot der Klinik) auf euch gestellt und auch unter der Woche werdet ihr nicht Dauer-Entertaint, da auch viel Ruhe und Erholung zum Kuralltag gehört.

Wir sind auf jeden Fall gespannt auf das Abendteuer und ich werde euch selbstverständlich berichten, wie es war.

Ward ihr schon zur Mutter-Kind-Kur? Wie waren eure Erfahrungen oder was habt ihr für Erwartungen an eine Kur? Ich freue mich über eure Kommentare.

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Liebe Grüße,

eure Yvonne

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Wir fahren zur Mutter-Kind-Kur

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