Willkommen zurück auf meinem Blog. In diesem Beitrag geht es um meine Hautkrankheit Psoriasis, auch bekannt unter Schuppenflechte. Da in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen unter Psoriasis leiden, möchte ich mich diesem Thema gerne etwas ausführlicher widmen. Eines aber vorweg, ich bin keine Dermatologin und berichte hier nur über meine eigenen Erfahrungen. Vielleicht hilft dem ein oder anderen etwas von dem, was ich berichte, aber es ersetzt natürlich keinen Arztbesuch. Bitte bedenkt auch, dass jede Haut unterschiedlich ist und jeder anders auf bestimmte Produkte reagiert. Wenn ihr was ausprobieren wollt, bitte erst langsam und an einer kleinen Stelle testen.

Was ist Psoriasis überhaupt: (Quelle: wikipedia)

Schuppenflechte bzw. Psoriasis ist eine nicht-ansteckende, entzündliche Hautkrankheit (Dermatose). Sie zeigt sich im Wesentlichen durch stark schuppende, punktförmige bis handtellergroße Hautstellen (häufig an den Knien, Ellenbogen und an der Kopfhaut) – oft mit starkem Juckreiz – sowie Veränderungen an den Nägeln. Dabei nimmt die Kopfhaut-Psoriasis eine Sonderstellung ein. Der behaarte Kopf ist sowohl bei juvenilen Formen als auch bei Erwachsenen das am häufigsten befallene Hautareal der Psoriasis. Nach Angaben der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in der Leitlinie zur Psoriasis des behaarten Kopfes schwanken statistische Angaben zur Häufigkeit des Kopfhautbefalls bei Psoriasis zwischen 50 und 80 Prozent. Die Kopfhaut zählt u. a. aufgrund ihrer Sensibilität und der dichten Behaarung zu den schwierig zu behandelnden Arealen. Schuppenflechte ist zu einem erheblichen Anteil erblich bedingt, daher wird familiäre Häufung beobachtet, wobei gelegentlich mehrere Generationen übersprungen werden. Bis heute ist allerdings nicht bekannt, ob die Psoriasis dominant oder rezessiv vererbt wird. Man geht davon aus, dass sie durch das Zusammenwirken von Varianten verschiedener Gene und Umwelteinflüssen ausgelöst wird.

Verlauf, auslösende oder verschlimmernde Faktoren: (Quelle: wikipedia)

Bei jedem Patienten verläuft die Krankheit anders: So heilt sie bei einigen scheinbar aus und tritt nur einmal im Leben auf (rund 25 %), bei anderen dagegen wechseln Phasen mit starker und geringer oder fehlender Aktivität der Erkrankung. Viele Betroffene berichten über schwerwiegende physische oder psychische Belastungssituationen als initialen Auslösefaktor, wie z. B. einen schweren grippalen Infekt, eine Operation oder auch einschneidende private Erlebnisse. Gerade bei Frauen haben oft auch starke hormonelle Veränderungen, wie sie u. a. bei Schwangerschaften vorkommen, erstmals einen Ausbruch und einen „Psoriasis-Schub“ zur Folge. Dass die Schuppenflechte häufig das erste Mal in der Pubertät ausbricht, könnte auch in diesen Zusammenhang gehören. Am häufigsten zeigt sich die Erkrankung aber erst zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Risikofaktoren sind auch kosmetische Präparate des täglichen Lebens, insbesondere, wenn sie die Haut austrocknen (beispielsweise alkoholhaltige Lotionen) oder sie chemisch irritieren, wie Rasierschaum, Haarspray und Handwaschpräparate. Selbst kosmetische Produkte, die eigentlich der Linderung psoriatischer Symptome dienen sollen, können zu deren führen, so die zahlreichen Shampoos, die Zink-Pyrithion enthalten.

Wer mehr Infos rund um Psoriasis haben möchte, hier geht es zu der Wikipedia Seite.

Bei mir ist Psoriasis mit circa 17 Jahren ausgebrochen. Glücklicherweise nur auf der Kopfhaut, allerdings ist es mit der Behandlung auf dem Kopf wirklich sehr schwierig und der Juckreiz treibt einen schon in den Wahnsinn. Sobald ich dem Reiz nachkomme und kratze, rieseln die Schuppen nur so von mir runter, was natürlich super unangenehm ist. Deswegen liegt mein Fokus auch darauf den Juckreiz so gut es geht einzudämmen, so dass ich erst gar nicht in die Versuchung komme zu kratzen. Ausprobiert habe ich schon vieles. Ich war bei Hautärzten und Heilpraktikern, geholfen hat mir kaum etwas. Ich habe verschiedene Salben, Shampoos und Tabletten verschrieben und super teuren Tee vom Heilpraktiker empfohlen bekommen, sogar Akkupunktur habe ich probiert (ich hasse diese Nadeln). Aber nichts hat eine Besserung gebracht. Einiges hat am Anfang etwas geholfen, aber nach einigen Wochen war der Effekt wieder bei null.

Was mir hilft (meine persönliche Erfahrung):

Heilfasten; nach meiner ersten Heilfastenkur war meine Psoriasis für 6 Monate komplett verschwunden, kam dann aber leider wieder. Seitdem faste ich regelmäßig, allerdings verschafft es mir mittlerweile weniger Linderung. Mehr über das Thema fasten findest du hier.

Keine Zigaretten; für die Raucher unter euch, mir hat es geholfen komplett mit dem Rauchen aufzuhören. Ich habe aber auch noch nie richtig viel geraucht und war eher ein „Social smoker“. Vermehrter Alkoholkonsum fördert die Schuppenflechte leider auch, zumindest bei mir.

Sonne und viel frische Luft; Heizungsluft trocknet die Haut zusätzlich aus und deswegen wird die Schuppenflechte im Herbst/Winter auch schlimmer und in den Sommermonaten wieder besser. Auch Salzwasser tut meiner Kopfhaut gut.

Haare fönen vermeiden; heiße Fönluft ist für die ohnehin schon trockene und empfindliche Kopfhaut nicht empfehlenswert. Wann immer es mir möglich ist, lasse ich meine Haare an der Luft trocknen.

Schwangerschaft; in beiden Schwangerschaften ging es meiner Kopfhaut super und ich hatte nahezu keine Beschwerde mehr. Die Hormone spielen bei mir also eine große Rolle. Es gibt aber auch viele Mädels, bei denen es in der Schwangerschaft schlimmer wird. Auch die Einnahme der Anti-Baby-Pille hat mein Hautbild verbessert.

Roggenmehl als Shampoo; für meine Kopfhaut ist weniger mehr. Aggressive Shampoos oder Anti-Schuppen-Shampoos sind ein Alptraum für meine Haut. Umso milder das Shampoo umso besser kommt meine Kopfhaut klar und umso weniger Juckreiz habe ich. Ohne chemische Stoffe, also mit meinem Roggenmehl-Shampoo läuft es am besten. Schaut mal hier. Haare färben vermeide ich auch bzw. benutze ich nur bestimmte schonende Farbe.

Sauna und Sport; regelmäßige Saunabesuche bewirken kleine Wunder, leider fehlt mir dafür mit zwei kleinen Kinder die Zeit. Genauso gut ist schweißtreibender Sport, der ist ja auch gut für die Seele und was gut für die Seele ist, ist auch gut für unsere Haut.

Stress vermeiden; da kommen wir auch zum nächsten Punkt. Psychischer Stress ist ja oftmals auch Auslöser von Psoriasis-Schüben und sollten so gut es geht vermieden werden.

Kopfhaut ölen; wenn der Juckreiz so schlimm ist, dass ich anfange zu kratzen, öle ich mir meine komplette Kopfhaut ein. Dazu erwärme ich mir Olivenöl (ihr könnt auch ein anderes Öl verwenden) und trage dieses unter der Dusche oder in der Badewanne mit einem Löffel auf. Ich lasse das Öl dann gerne einige Stunden einwirken. Schon von der ersten Sekunde an, spüre ich eine Erleichterung. Kleines Manko, das Haar ist dann natürlich fettig und muss anschließend auch mit einem milden Shampoo ausgewaschen werden. Durch das Öl löst sich die Schuppenschicht von der Kopfhaut.

Gesunde Ernährung und viel Wasser trinken; in meinem Blogbeitrag über unreine Haut habe ich erwähnt, dass Schokolade meiner Haut nicht gut tut. Gesunde Ernährung ist bei Psoriasis auch nicht verkehrt. Zumindest versuche ich viel Wasser zu trinken und so gut es geht auf Süßigkeiten zu verzichten. Fettiges Essen gönne ich mir aber trotzdem immer mal wieder, aber eben nur nicht so oft.

Update 8.12.17: Seit einigen Wochen verzichte ich auf Schweinefleisch und meine Schuppenflechte ist super verheilt. Mehr dazu findet ihr hier.

Wer unter Psoriasis leidet weiß, dass es nahezu unmöglich ist diese Krankheit loszuwerden, also müssen wir wohl oder übel damit leben. Mir gelingt es eigentlich ganz gut und ich versuche mich nicht negativ von der Schuppenflechte beeinträchtigen zu lassen. Einen kleinen Tipp habe ich aber noch für euch. Lasst euch niemals teure Shampoos von eurem Friseur andrehen und benutzt kein Anti-Schuppen Shampoo. Ich habe mir immer mal wieder aus Verzweiflung mega teure Produkte andrehen lassen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu Letzt ;-). Alle, wirklich alle Shampoos haben meine Psoriasis verschlechtert, anstatt zu helfen. Achtet auf milde Shampoos, umso weniger Chemie umso besser.

Nach meiner letzten Schwangerschaft traten bei mir auch die ersten kleinen Stellen an meinen Beinen auf. Sobald ich eine neue Stelle entdecke creme ich mir diese mit einer bestimmten Creme ein und zwar ist das die „weisse Malve“ Gesichtscreme aus der Baby Derma Reihe von Weleda. Momentan sind durch das Eincremen alle Stellen wieder verschwunden. Zusätzlich öle ich meine Haut nur ein und vermeide Lotion. Mehr Infos dazu findet ihr hier.

Wie ist das bei euch? Was hilft dir oder was hat die Schuppenflechte bei dir verschlimmert? Ich würde mich sehr über Kommentare zu diesem Thema freuen.

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In diesem Sinne hoffe ich auf wärmere Temperaturen und viel Sonne. Eure Yvonne


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Wie ich mit Psoriasis lebe

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