Lange habe ich überlegt, ob ich über das Thema Erziehung schreiben möchte oder lieber nicht. Das Thema ist so vielseitig und kann auf so unterschiedliche Art und Weise betrachtet werden, das ich schon viel Respekt davor habe. Da es aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, sehr hilfreich sein kann, sich mit anderen Eltern über das Thema Erziehung auszutauschen, habe ich mich nun dafür entschieden.

In diesem Beitrag geht es sehr allgemein um das Thema „Gelassen Erziehen“ oder besser gesagt, um die Gelassenheit im Umgang mit kleinen, aber auch großen Kindern. Ich beneide alle Eltern, die es schaffen im Alltag mit ihren Kinder durchweg gelassen zu bleiben, denn sind wir mal ehrlich, die kleinen Racker bringen uns schon des Öftern zur Weißglut. Und wer schafft es dann, immer ruhig und gelassen zu bleiben? Also, ich nicht. Da wird die Stimme dann doch schon mal lauter. Ich denke auch nicht, dass es meinen Mädels schadet, wenn sie ab und an mal merken, dass sie mich in den Wahnsinn treiben.

Wichtig ist für mich, dass die Grundstimmung bei uns zu Hause harmonisch ist und wir nicht den lieben langen Tag rumlaufen und unseren Kids sagen, was sie tun oder eben nicht tun dürfen. Dazu benötige ich schon eine gewisse Gelassenheit, damit ich nicht doch den ganzen Tag nur rummeckere. Aber wie bekommt man das hin? Wenn euch meine Erfahrungen zum Thema “Einschlafen” interessieren, schaut doch mal hier. Ich nenne euch jetzt einfach mal ein paar Dinge, die mir dabei helfen:

Mit sich selbst zufrieden sein. Ich behaupte mal, dass niemand gelassen sein kann, dem es nicht gut geht. Wir merken doch selber, dass wir empfindlicher sind, wenn es uns gerade nicht gut geht, wir Kopfschmerzen haben oder uns gerade mit unserem Partner gestritten haben, etc. Da fällt mir gerade ein Satz ein, den ich in einem Buch gelesen habe, leider fällt mir gerade der Titel des Buches nicht mehr ein. „Wenn es Mama schlecht geht, dann geht es der ganzen Familie schlecht.“ Da ist was Wahres dran, oder? Ich versuche also, immer mal wieder an mich zu denken und darauf zu achten, dass es mir gut geht, dass ich mit mir zufrieden bin. Man darf sich auch gerne einmal selber loben, dass tut immer gut.

An die eigene Kindheit erinnern. Das klappt bei mir einfach immer, bei meinem Mann allerdings weniger. Deswegen kommt es wohl auch darauf an, wie ihr eure Kindheit in Erinnerung habt. Ich weiß ganz genau, dass ich meine Eltern in den Wahnsinn getrieben habe. Deswegen muss ich auch oft schmunzeln, wenn unsere Große vor mir steht und mir Widerworte gibt. Gut so, denke ich dann auch oft. Wer möchte denn schon ein Kind, was zu allem ja sagt? Okay, ab und an wünsche ich mir das schon. Wenigstens mal für einen Tag ;-). Auf jeden Fall, hilft es mir, mich daran zu erinnern, dass ich ähnlich war.

Prioritäten setzen. Ich überlege mir immer mal wieder, was mir wichtig ist. Also als Beispiel: mir ist wichtig, dass meine Kinder am Tisch essen und nicht auf der Couch rumspringen. Mir ist wichtig, dass sie sich entschuldigen, wenn sie angebracht ist und dass sie mir zuhören. Natürlich wär es auch toll, wenn sie immer auf mich hören würden, aber das ist utopisch. Es geht darum herauszufinden, in welchen Bereichen ich keine Kompromisse zulasse. Und da gehe ich dann auch konsequent mit um, dafür schaue ich bei anderen Sachen auch mal weg oder lasse sie einfach machen. Die Prioritäten ändern sich natürlich je nach Alter der Kinder. Ich finde, dass entspannt ungemein, denn es sind und bleiben Kinder, die eben auch gerne mal Quatsch machen.

Zeitdruck vermeiden. Wenn ich das so schreibe, hört es sich so einfach an, aber das ist es leider nicht immer. Aber für mich ist es ein wichtiger Punkt. Zeitdruck macht uns anfällig und bringt uns oftmals dazu die Nerven viel zu schnell zu verlieren. Genauso wie Hunger übrigens ;-). Aber wie macht man das? Ein relativ klarer und eingespielter Ablauf hilft da schon sehr. Morgens, zum Beispiel, versuchen wir, die Kinder recht schnell anzuziehen bzw. die Große kann das ja schon alleine, Zähne zu putzen, zu Waschen, etc. am besten gleich nach dem Frühstück. Bei uns helfen Sätze wie: „Wenn du dich angezogen und Zähne geputzt hast, dann kannst du noch ein wenig spielen, bevor es in den Kindergarten geht.“ Oder abends: „Wenn wir das jetzt schon machen, dann schaffen wir es bestimmt ein Buch mehr zu lesen, bevor es ins Bett geht.“ Lieber 10 Minuten zu früh fertig sein, als Stress entstehen zu lassen, das ist meine Devise. Und viel reden und erklären, dass finde ich besser, als nur zu sagen, „jetzt beeil dich“.

Situationen reflektieren. Wenn es dann doch mal kracht oder ich so reagiere, wie ich eigentlich nicht reagieren möchte, denke ich abends darüber nach. Wie ist die Situation entstanden und wie kann ich diese beim nächsten Mal vermeiden oder wie kann ich beim nächsten Mal besser reagieren. Ich gestehe mir immer wieder ein, dass auch ich viel zu lernen habe und jede Situation, die aus dem Ruder läuft, hilft mir dabei. Ich spreche auch gerne am nächsten Tag darüber und beziehe meine Tochter mit ein. Das ist bei einer Vierjährigen natürlich noch etwas schwierig und klappt bei älteren Kindern sicherlich noch besser. Ich finde es wichtig, meinen Kindern zu zeigen, dass wir Erwachsenen auch Fehler machen. Genauso wie es wichtig ist, die Seite des Kindes zu hören und dadurch die Situation besser nachzuvollziehen. Erziehung ist eben auch ein Lernprozess.

Was hilft euch dabei gelassener zu sein? Ihr habt bestimmt auch tolle Tipps. Was treibt euch in den Wahnsinn?

Kinder sind zauberhafte Wesen, die spielerisch die Welt entdecken, da darf der Spaß auch nicht zu kurz kommen. In diesem Sinne, hoffe ich, dass euch mein Post gefallen hat. Wenn ja, dann freue ich mich über ein „gefällt mir“ auf meiner Facebook-Seite oder ihr abonniert mein Blog und lasst euch per Mail über neue Artikel informieren. Gerne dürft ihr meinen Beitrag auch mit euren Freunden teilen.

Macht euch ein schönes, entspanntes Wochenende,

eure Yvonne

Gelassen Erziehen, klappt das?
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2 Gedanken zu „Gelassen Erziehen, klappt das?

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