Es geht in diesem Artikel um Menstruationscups, auch bekannt als Menstruationstassen, – kappen oder – becher. Ich persönlich kenne diese Art von Monatshygiene nun seit ungefähr einem halben Jahr und ich muss zugeben, als ich das erste Mal darüber gestolpert bin, war ich nicht gerade angetan. Aber nun erst mal zurück zum Anfang, für all diejenigen unter euch, die noch nie etwas von Menstruationscups gehört haben,

hier ein paar Infos:

Eine Menstruationstasse ist ein kelchähnliches Produkt, das zum Auffangen des Menstruationssekrets in die Scheide eingeführt wird. Im Gegensatz zu Tampons oder Monatsbinden saugen Menstruationstassen die Menstruationssekrete nicht auf, sondern fangen je nach Modell bis zu 48 ml Flüssigkeit auf. Die Tasse wird dann entnommen, in der Toilette geleert, ausgespült und wieder eingesetzt. Menstruationstassen werden unter anderem aus ökologischen Gründen zur Vermeidung von Müll durch Hygieneprodukte empfohlen. Durch die Wiederverwendbarkeit ist die Menstruationstasse auch finanziell bereits nach kurzer Zeit günstiger als der beständige Kauf von Binden oder Tampons. Darüber hinaus kann der Kontakt mit körperbelastenden Stoffen vermieden werden, wie sie in herkömmlichen Tampons, die eventuell gebleicht oder chemisch behandelt sind, vorkommen können. Ein großer Vorteil besteht darin, dass die Tasse die Scheide nicht austrocknet. Dadurch kann sie bereits vor Beginn der Periode eingesetzt werden. Menstruationstassen haben ein größeres Fassungsvermögen als Tampons und können bis zu 12 Stunden getragen werden.

Die Menstruationstasse wird aus medizinischem Silikon hergestellt und zusammengefaltet in die Vagina eingeführt, dort entfaltet sie sich zu der charakteristischen Becherform. Korrekt eingesetzt wird die Tasse sowohl von der Scheidenmuskulatur als auch durch den entstehenden Unterdruck gehalten und kann daher nicht verrutschen. Kleine Löcher unter dem oberen Rand erleichtern das Herausnehmen der Tasse, indem sie Luft in die fest sitzende Tasse gelangen lassen. Anstatt zu wechseln, wird die Tasse entnommen, entleert, ausgespült und wieder eingesetzt. (Quelle: wikipedia)

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Soviel zu den “hart facts”. Wie schon erwähnt, war ich auf den ersten Blick nicht gerade angetan von dieser Alternative, aber doch auch überrascht und neugierig, dass es etwas gibt, dass ich so gar nicht kannte. Hinzukommt das ich seit der Geburt meiner beiden Töchter mit Tampons einfach nicht mehr warm werde und Binden mag ich überhaupt nicht. Am Anfang meiner Periode habe ich eine sehr starke Blutung, sodass ich ständig zum Wechseln des Tampons auf die Toilette rennen muss und am Ende meiner Menstruation ist meine Scheide so ausgetrocknet, dass ich Schmerzen beim Einführen und vor allem beim wieder Rausholen des Tampons habe. Der stinkende Müll hat mich sowieso schon immer gestört und das Bändchen am Tampon, also angenehm finde ich den nicht. Trotzdem bin ich kein Fan von Blut und konnte mir nicht vorstellen so ein Menstruationscup auszuleeren, auszuspülen und dann wieder einzusetzen. Die Neugierde hat dann aber gesiegt und ich habe mir viele Videos über diese Cups angesehen. Die Vorteile liegen wirklich auf der Hand, einige davon wurden oben im Text schon erwähnt. Wer die für ihn perfekte Menstasse gefunden hat wird seine Periode in Zukunft als diskrete, angenehme und sichere Zeit im Monat erleben.

Hier die Vorteile, die mich überzeugt haben:

1. Ökologisch, gut für die Umwelt. Kein Müll und vor allem kein stinkender Mülleimer mehr während der Periode. Eine Menstruationstasse hält mehrere Jahre.

2. Hygiene und kein Austrocknen mehr. Wer bei der Reinigung alles richig macht hat mit der Menstasse ein hygienisches Produkt. Für die Scheidenflora gibt es kaum was besseres, da die Tasse keine Flüssigkeit aufsaugt.

3. Immer dabei. Wer kennt das nicht, man denkt man hat genug Tampons für den Tag eingepackt um dann festzustellen, dass sie nicht reichen oder das wir sie ganz vergessen haben. Die Tasse habt ihr immer dabei.

4. Seltener wechseln. Die Menstasse kann bis zu 12 Stunden in uns bleiben, aber auch an den starken Tagen muss man die Tasse viel seltener wechseln.

5. Beweglichkeit und Sport. Das Tragegefühl ist super, man spürt bei der richtigen Tasse überhaupt nichts und auch beim Sport bleibt alles da wo es sein soll. Schwimmen, Sauna oder Baden – alles kein Problem.

6. Mehr Bewusstsein für seinen Körper. Durch das Entleeren des Cups bekommt man ein viel besseres Gefühl für die Menge, die wir während unserer Tage verlieren.

Wer allerdings Probleme hat sich im Intimbereich anzufassen, denn ihr müsst beim Einführen und beim Raussholen des Cups mit euren Fingern in die Scheide, für den ist der Cup wohl eher nichts. Aber ich denke, jede Frau sollte es einfach mal probieren und klar ist es am Anfang ungewohnt, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Es gibt diese Cups mittlerweile von super vielen Anbietern in verschiedenen Größen, Formen und Farben. Jede Frau ist anders gebaut und so kommt nicht jeder Cup für jede Frau infrage. Sollte ich also eure Neugier geweckt haben und ihr möchtet so eine Tasse gerne ausprobieren, solltet ihr euch vorher auf jeden Fall beraten lassen. Hierfür gibt es unterschiedliche Wege. Es gibt eine handvoll Shops im Internet die verschiedene Menstruationscups anbieten (Links dazu bekommt ihr weiter unten) und die einen super Service zwecks Beratung anbieten. Für diejenigen unter euch, die sich auch gerne mit anderen Mädels austauschen möchten, kann ich auch die Facebook-Gruppe “Menstruationstasse” empfehlen. Dort könnt ihr euch auch beraten lassen, dies kann aber etwas dauern, da in der Gruppe momentan sehr viel los ist und die Admins in ihrer privaten Zeit kaum hinterher kommen. Um euch eine Tasse empfehlen zu können, müsst ihr vorab ein paar Infos über euch preisgeben. Euer Alter, eure Blutungsstärke, die Beschaffenheit eures Beckenbodens (gut trainiert oder eher schwach), ob ihr schon ein Kind geboren habt und als letztes den Stand eures Muttermund (Gebärmutterhals) während der mens.

Ich empfehle euch bei Youtube vorbei zu schauen, dort gibt es sehr gute Videos rund um Menstruationstassen. Hier verlinke ich euch ein Video was mir gut gefällt und ich sehr informativ finde. Vielen Dank liebe Sofia, dass ich dein Video hier verwenden darf.

Bevor ihr euren Cup das erste Mal benutzt, wird dieser 20 Minuten abgekocht. Hierfür packt ihr den Menscup am besten in einen Schneebesen, so dass das Material nicht beschädigt wird. Nach und vor eurer Periode braucht ihr eure Tasse nur noch circa 5 Minuten abkochen.

Was ich euch nicht vorenthalten möchte: Die ersten Versuche des Einführens und Rausholens werden schweißtreibend. Fast jede Frau verzweifelt gerade beim Rausholen erst einmal. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch viel Zeit nehmt, wenn ihr eure Tasse das erste Mal benutzt. Ich habe an den ersten starken Tagen erst mal weiterhin Tampons benutzt und erst am dritten Tag die Menstasse ausprobiert. Es gibt verschiedene Falttechniken zum Einführen, mehr dazu hier. Ihr könnt euren Cup vor dem Einsetzen auch mit Wasser nass machen oder ein Gleitmittel auf Wasserbasis und ph-neutral benutzen.

Wenn möglich solltet ihr die ersten Stunden zuhause bleiben und als Backup eine Binde oder Slipeinlage benutzen. Wundert euch nicht, wenn euer Cup nicht sofort komplett dicht ist und Blut daran vorbei läuft, dass richtige Einsetzen muss geübt sein. Sollte die Tasse gleich gut sitzen und dicht sein, könnt ihr euch ans Tragegefühl gewöhnen und den cup ruhig ein paar Stunden drin lassen. Sollte euch der Stil stören, diesen könnt ihr auch kürzen, aber bitte nicht zu voreilig.

Nun geht’s ans Rausholen. Hier gibt es auch unterschiedliche Techniken. Ich hab’s beim ersten Versuch nicht geschafft und bin fast verzweifelt. Mein Tipp: ruhig bleiben und später noch einmal probieren. Beim zweiten Versuch hat es geklappt, aber es tat wirklich sehr weh. Es ist wichtig seine Beckenbodenmuskulatur zu entspannen, was aber gar nicht so einfach ist. Schließlich ist alles sehr feucht und glitschig, aber glaubt mir, ihr bekommt die Tasse schon wieder raus. Es ist wirklich Übungssache und klappt beim dritten, vierten oder fünften Versuch schon viel besser. Außerdem muss jeder für sich seine Taktik erst mal heraus finden. Ich setze mich auf die Toilette und stelle ein Bein auf die Brille, so komme ich am besten dran. Den Tip den Cup unter der Dusche zu wechseln, finde ich auch super (so kann man die Tasse und seinen Intimbereich direkt sauber machen und die Tasse direkt wieder einsetzen), aber dafür muss auch ich noch etwas üben.

Ich habe mir überlegt, dass ich während meiner nächsten Periode ein kleines Tagebuch führen werde, um euch einen detailierten Praxistest zu schreiben. Ganz lieben Dank an dieser Stelle an die Firma Yuuki, die mir ihre Menstruationstasse in zwei Härtegraden zum Testen kostenlos zugesendet hat. Meinen Erfahrungsbericht findet ihr hier.

Hier, die mir bekannten Onlineshops:

Und jetzt zu euch. Benutzt ihr schon einen Menstruatuonscup? Wie sind eure Erfahrungen? Oder habt ihr noch Fragen? Dann lasst mir doch bitte einen Kommentar da.

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Macht euch einen schönen Tag,

eure Yvonne

Die Alternative zu Tampons und Binden

2 Gedanken zu „Die Alternative zu Tampons und Binden

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